Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR)

Die Antragstellung privater Bauwilliger im Förderschwerpunkt Wohnen im Rahmen des ELR-(Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) kann sich lohnen.

 

Am 18.05.2020 wurde das Jahresprogramm 2021 vom Regierungspräsidium Freiburg bekannt gemacht.

 

Ziel ist es weiterhin Impulse zur Nutzung innerörtlicher Flächen zu setzten und zeitgemäßen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Hierbei gilt der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“. Gute innerörtliche Bausubstanz soll erhalten und zu zeitgemäßem Wohnraum umgebaut werden. Baufällige Gebäude hingegen können weichen und Platz für Neues schaffen.

 

Besonders im Fokus stehen innerörtliche Nachverdichtungen. Hiermit sind vorrangig Umnutzungen leerstehender Gebäude und Aufstockungen von Gebäuden gemeint. Entsteht privat eine neue Wohnung zur Fremdvermietung ist diese nur förderfähig, wenn mindestens eine weitere Wohnung im Gebäude eigengenutzt wird.

 

Die Bebauung langjähriger Baulücken in den Ortskernen kann nur bei Eigennutzung gefördert werden.

 

Im Mietwohnungsbau konzentriert sich die Förderung auf Bestandsgebäude. Gefördert werden kann die Modernisierung von Mietwohnungen, die Schaffung von Mietwohnungen durch Umnutzung leerstehender Gebäude; jedoch nicht die Neubauförderung auf zuvor unbebauter Fläche und Mietwohnungen in Neubauvorhaben.

 

Es können auch Wohnbauprojekte in Siedlungen der 1960er Jahre geförderte werden wenn diese mit der historischen Ortsmitte zusammengewachsen sind und Entwicklungsbedarf besteht.

 

Um die innerörtliche Entwicklung in Gang zu bringen unterstützt das ELR auch den Zwischenerwerb und den Gebäudeabbruch bei definierter Nachnutzung.

 

Umnutzung bedeutet: Das Gebäude mit Dach bleibt in seinem Bestand, erhalten, Gauben dürfen angebaut werden. Die Kubatur bleibt weitgehend erhalten. z.B. ehemaliges Stallgebäude wird zu Wohnungen umgenutzt. Leerstehende Dachgeschosse, die zu Wohnung(en) umgebaut werden, gelten auch als Umnutzung. Wohnraum der seit mehr als 10 Jahren nicht mehr genutzt und völlig ausgekernt und grundsaniert wird, gilt ebenfalls als Umnutzung.

 

Umfassende Modernisierung bedeutet: Eine bereits vorhandene Wohnung wird an zeitgemäße Wohnverhältnisse angepasst. Mindestens drei Gewerke müssen in Anspruch genommen werden

 

Es zählen nur abgeschlossene Wohneinheiten

 

Der Fördersatz pro Wohneinheit liegt bei Umnutzung bei 50.000 €, bei Modernisierung / Neubau bei 20.000 € je Wohneinheit.

 

Bei Projekten von Privatpersonen im Förderschwerpunkt Wohnen kann ein Zuschlag von 5.000 € auf den Maximalfördersatz pro Wohneinheit (Umnutzung = 55.000 €, Modernisierung / Neubau = 25.000 €) gewährt werden. Dies bei der Anwendung innovativer Holzbaulösungen, also Projekte mit CO2-speichernden Baustoffen in der Tragwerkskonstruktion.

Die Höchstförderung liegt bei maximal 125.000 € pro Projekt.

 

Voraussetzung für eine Förderung ist das Vorliegen einer integrierten örtlichen Entwicklungskonzeption, wie sie für die Ortsteile Möggingen, Güttingen und Liggeringen erarbeitet wurden. Nicht förderfähig sind Anträge aus Markelfingen, Böhringen und Stahringen.

In Stahringen liegt kein Dorfentwicklungskonzept vor. Markelfingen und Böhringen liegen an der Entwicklungsachse Konstanz – Singen und damit nicht im ländlichen Raum.

 

Desweitern gilt:

  • Es muss ein Bauantrag oder eine Baugenehmigung vorliegen.
  • Eine Finanzierungsübersicht über die Gesamtkosten sowie eine Wohn- und Nutzflächenberechnung nach DIN 276 durch eine Architektin oder einen Architekten müssen vorgelegt werden.
  • Durchführungszeitraum 2-3 Jahre

 

Mit der Maßnahme darf bis zum Eingang des Zuwendungsbescheids (circa März 2021) nicht begonnen werden.

 

Die für die Antragstellung notwendigen aktuellen Formulare finden Sie hier.

 

 

Weitere Förderschwerpunkte sind „Grundversorgung“ durch Förderung von Dorfgasthäusern, Dorfläden, Metzgereien und Bäckereien sowie von Gütern und Dienstleistungen des täglichen bis wöchentlichen Bedarfs. Hier liegt der Fördersatz bei 20 %.

 

Investitionen von Kleinstunternehmen der Grundversorgung und für Einrichtungen der lokalen Basisdienstleistungen können mit bis zu 30 % bzw.- 35 % gefördert werden können.

 

Die Antragstellung läuft über rechtsstehenden Kontakt.

 

Da erfahrungsgemäß einige Zeit für die Vervollständigung der Antragsunterlagen benötigt wird, nehmen Sie bitte möglichst bald Kontakt auf.

 

Am 26. August 2020 endet die Antragsfrist bei der Stadt. Bis dahin müssen die Anträge vollständig vorliegen.

 

Kontakt

Rita Nassen | Stadtplanung
Fachbereich Stadtplanung und Baurecht
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
rita.nassen@radolfzell.de  
   
Tel. 07732 | 81-320 Mi - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mi - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung

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