Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR)

Am 02. Juli 2021 gab das Regierungspräsidium Freiburg sein Jahresprogramm 2022 bekannt. Im „Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum“ (ELR) ergeben sich zahlreiche Fördermöglichkeiten für Bauwillige in Möggingen, Güttingen und Liggeringen, die Umnutzungs- und Modernisierungsvorhaben planen.

 

Was ist das ELR?

Das ELR ist seit mehr als 25 Jahren das zentrale Strukturentwicklungsprogramm für den ländlichen Raum in Baden-Württemberg. Es bietet den Kommunen ein Förderangebot, um aktuelle Herausforderungen zu bewältigen. Ziel des Programms ist u. a., weiterhin Impulse zur Nutzung innerörtlicher Flächen zu setzen sowie zeitgemäßen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Im Fokus stehen die Aktivierung innerörtlicher Potenziale durch Umnutzung leerstehender Gebäude, die Aufstockung von Gebäuden sowie die Nachverdichtung im Ortskern. Dies schließt auch Siedlungsflächen aus den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein, sofern diese mit dem Ortskern zusammengewachsen sind und einen entsprechenden Entwicklungsbedarf aufweisen. Förderfähig ist in diesen Bereichen auch die Schaffung von zeitgemäßen Wohnverhältnissen durch umfassende Modernisierung.

Ziel ist und bleibt es, für den Schwerpunkt "Innenentwicklung/Wohnen" rund

die Hälfte der zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen.

Förderfähig sind sowohl durch den Antragsteller oder Verwandte ersten und zweiten

Grades eigengenutzte Wohnungen als auch Mietwohnungen zur Fremdnutzung (nicht in Neubauten). Bauvorhaben im Bestand, die in der Gebäudeeinheit ausschließlich Mietwohnungen oder neben eigengenutzten Wohnungen mehr als eine Mietwohnung enthalten, sind beihilferechtlich als „marktrelevant“ zu betrachten

 

Was bedeuten „Umnutzung“ und „Modernisierung“?

Eine Umnutzung im Sinne des ELR bedeutet:Das Gebäude mit Dach bleibt in seinem Bestand und seiner Kubatur weitgehend erhalten, z. B. wird ein ehemaliges Stallgebäude zu Wohnungen umgenutzt oder es werden Gauben angebaut. Auch leerstehende Dachgeschosse, die zu Wohnungen umgebaut werden, zählen als Umnutzung. Gleiches gilt  für Wohnraum,  der seit mehr als zehn Jahren nicht mehr genutzt und völlig ausgekernt und grundsaniert wird.

Unter einer umfassenden Modernisierung versteht das ELR, dass eine bereits vorhandene Wohnung an zeitgemäße Wohnverhältnisse angepasst wird. Mindestens drei Gewerke müssen hierzu in Anspruch genommen werden. Es zählen nur abgeschlossene Wohneinheiten.

 

Was genau wird gefördert?

Private Bauwillige können eine Förderung erhalten, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Generell gilt: Eine Förderung ist nur möglich, wenn eine integrierte örtliche Entwicklungskonzeption vorliegt. Eine solche wurde für die Ortsteile Möggingen, Güttingen und Liggeringen erarbeitet. Nicht förderfähig sind Anträge aus Markelfingen, Böhringen und Stahringen.

Des Weiteren gilt:

  • Es muss ein Bauantrag oder eine Baugenehmigung vorliegen.
  • Eine Finanzierungsübersicht über die Gesamtkosten sowie eine Wohn- und Nutzflächenberechnung nach DIN 276 durch eine Architektin oder einen Architekten müssen vorgelegt werden.
  • Der Durchführungszeitraum muss bei zwei bis drei Jahren liegen.
  • Entsteht privat eine neue Wohnung zur Fremdvermietung, ist diese nur förderfähig, wenn mindestens eine weitere Wohnung im Gebäude eigengenutzt wird.
  • Die Bebauung langjähriger Baulücken in den Ortskernen kann nur bei Eigennutzung gefördert werden.
  • Im Mietwohnungsbau konzentriert sich die Förderung auf Bestandsgebäude. Gefördert werden kann die Modernisierung von Mietwohnungen sowie die Schaffung von Mietwohnungen durch Umnutzung leerstehender Gebäude. Nicht förderfähig sind jedoch der Neubau auf zuvor unbebauter Fläche und Mietwohnungen in Neubauvorhaben.
  • Auch Wohnbauprojekte in Siedlungen der 1960er Jahre können gefördert werden, wenn diese mit der historischen Ortsmitte zusammengewachsen sind und Entwicklungsbedarf besteht.
  • Um die innerörtliche Entwicklung in Gang zu bringen, unterstützt das ELR auch den Zwischenerwerb und den Gebäudeabbruch bei definierter Nachnutzung.

Ein weiterer Förderschwerpunkt liegt auf der Grundversorgung. Das heißt, die Förderung von Dorfgasthäusern, Dorfläden, Metzgereien und Bäckereien sowie von Gütern und Dienstleistungen des täglichen bis wöchentlichen Bedarfs ist möglich.

 

Wie hoch ist die Fördersumme?

Der Fördersatz pro Wohneinheit liegt bei einer Umnutzung bei 50.000 €, bei Modernisierung/Neubau bei 20.000 € je Wohneinheit. Bei Projekten von Privatpersonen im Förderschwerpunkt Wohnen kann ein Zuschlag von 5.000 € auf den Maximalfördersatz pro Wohneinheit (Umnutzung = 55.000 €, Modernisierung/Neubau = 25.000 €) gewährt werden. Dies gilt bei der Anwendung innovativer Holzbaulösungen, also bei Projekten mit CO2-speichernden Baustoffen in der Tragwerkskonstruktion.

Im Förderschwerpunkt Grundversorgung liegt der Fördersatz bei 20 %. Investitionen von Kleinstunternehmen der Grundversorgung und für Einrichtungen der lokalen Basisdienstleistungen können mit bis zu 30 % bzw. 35 % gefördert werden.

Die Höchstförderung liegt bei maximal 125.000 € pro Projekt.

 

Wie funktioniert die Antragstellung?

Die für die Antragstellung notwendigen Formulare sind auf der Website der Regierungspräsidien Baden-Württemberg zu finden.

 

Die Antragstellung läuft über die Stadt Radolfzell. Beraten werden Sie von rechts stehendem Kontakt.

 

Die Antragsfrist bei der Stadt endet am 01. September 2021. Bis dahin müssen die Anträge vollständig vorliegen. Eine zeitnahe Kontaktaufnahme wird daher empfohlen. Mit der Maßnahme darf bis zum Eingang des Zuwendungsbescheids (ca. März 2022) nicht begonnen werden.

Kontakt

Rita Nassen | Stadtplanung
Fachbereich Stadtplanung und Baurecht
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
rita.nassen@radolfzell.de  
   
Tel. 07732 | 81-320 Mi - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mi - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  nur mit Terminvereinbarung

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