Den Auftakt machte ein Konzert der Bodensee Philharmonie am 01.10.2026. Die vergangenen Monate wurde nicht nur der Boden des Foyers saniert, sondern auch einige Bereiche durch das Team des Milchwerks renoviert.

Vorausgegangen war ein Wasserschaden, als bei Arbeiten einer Fremdfirma ein Schlauch platzte und über mehrere Stunden Wasser austrat. Dieses drang durch Fugen in den Bodenaufbau ein und staute sich unterhalb der versiegelten Bodenfläche. Für die notwendigen Sanierungsarbeiten musste das Milchwerk vom 01.04. bis zum 30.09.2026 geschlossen werden.

„Im Milchwerk finden jährlich rund 400 Veranstaltungen statt. Der Wasserschaden war deshalb ein großer Schock und hatte weitreichende Folgen. Umso wichtiger war die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen dem Hochbau, dem Team des Milchwerks und auch den Ortsteilen. Gemeinsam ist es gelungen, viele Veranstaltungen aufzufangen und Alternativen zu ermöglichen. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich danken“, betonte Oberbürgermeister Simon Gröger.

Neuer Boden für hohe Belastungen

Während der ersten sechs Wochen wurde der beschädigte Boden vollständig ausgebaut. Anschließend folgte die technische Trocknung, umfangreiche Verputzarbeiten sowie der komplette Neuaufbau des Bodens. Danach wurden Estrich, Trocknung, Anstricharbeiten und die Bodenbeschichtung aufgetragen. Zum Schluss wurde die Theke wiederaufgebaut.

Der bisherige Boden im Foyer war fugenlos ausgeführt und hatte dadurch im Laufe der Jahre bereits Risse bekommen. Um Risse im neuen Bodenbelag vorzubeugen wurde Bewehrung in den Estrich eingebaut und zusätzliche Dehnfugen vorgesehen. Der Bodenaufbau wurde so berechnet, dass dieser mit schweren Geräten, wie einer Scherenarbeitsbühne, befahren und hohe Lasten mit dem Hubwagen transportiert werden können.

Bürgermeisterin Monika Laule freut sich über den Abschluss der Arbeiten: „Das Milchwerk ist einer der wichtigsten Veranstaltungsorte der Region und hat eine große Bedeutung – sowohl für die Bürgerschaft als auch für die Unternehmen, die hier regelmäßig Veranstaltungen durchführen. Dass bei der Sanierung alle Hand in Hand gearbeitet haben, war besonders wertvoll und unterstreicht den Zusammenhalt.“

Dass das Milchwerk ein begehrter Veranstaltungsort ist, zeigt auch der Blick in den Veranstaltungskalender: Für das Jahr 2027 sind fast alle Wochenenden ausgebucht und auch unter der Woche ist die Halle in der ersten Jahreshälfte bereits gut ausgelastet.

Zeit für Renovierungen genutzt

Während die eigentlichen Sanierungsarbeiten liefen, nutzte auch das Team des Milchwerks die Schließzeit, um einige Arbeiten in Eigenleistung durchzuführen.

„Während der ganzen Zeit war unser Team nicht untätig. Wir haben die Zeit genutzt, um viele Reparaturen und Renovierungen durchzuführen, für die im laufenden Veranstaltungsbetrieb sonst kaum Zeit gewesen wäre“, berichtete Melanie Riedmann, Leiterin des Milchwerks.

So wurden alle Künstlergarderoben neu gestrichen, Schränke und Tische abgeschliffen und neu geölt. Das Regiefenster wurde deutlich vergrößert, da die Techniker in der Vergangenheit Probleme hatten, die Akustik im Saal durch das kleine Fenster optimal zu testen. Auch die Küche wurde modernisiert und mit neuen, teilweise transportablen Geräten ausgestattet, wie mobilen Herdplatten, einer mobilen Grillplatte und einer mobilen Fritteuse, die bei Bedarf ebenfalls im Außenbereich genutzt werden können.

Parallel zu den Sanierungsarbeiten im Foyer wurde die Sanierung der Wasserhygiene im zweiten Bauabschnitt durchgeführt und fertiggestellt. „Wir haben sämtliche Frischwasserleitungen erneuert, Armaturen an den Waschbecken im gesamten Gebäude, sowie die Duschpaneele in den Künstlergarderoben ausgetauscht, damit eine automatische Spülung alle 72 Stunden gewährleistet und die Hygiene folglich gegeben ist. Am Wasseranschluss im Putzraum wurde ein Sicherheitsventil ‚Aquastopp‘ installiert, sodass ein unkontrolliertes Wasserlaufen in Zukunft nicht gegeben ist“, erklärte Projektleiterin Margit Klauza.

Versicherung übernimmt Kosten

Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf rund eine Million Euro. Der Großteil der Kosten wird von der Versicherung getragen. Die Stadt Radolfzell übernimmt circa 25.000 Euro für die Metallkonstruktion unter dem Boden sowie die Dehnfugen, die beim bisherigen Boden nicht vorhanden waren.

Mit der Wiedereröffnung geht eine weitere Neuerung einher: Seit dem 01.10.2026 hat Frank Münz das Catering im Milchwerk übernommen.