Zunächst ist vorgesehen, die sogenannte Rückabwicklung mit dem Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) und dem Hegau-Bodensee-Klinikum (HBK) an den Spitalfonds Radolfzell bis zum 31.12.2026 abzuschließen. Es bestehen komplexe Vertragsverhältnisse, deren Entflechtung Zeit in Anspruch genommen hatte. Alle Akteure auf Stadt- und Landkreisebene hatten das Ziel, den Prozess der Rückabwicklung so schnell wie möglich umzusetzen.
Parallel zu den letzten Abstimmungen laufen bereits die Vorbereitungen für den weiteren Entwicklungsprozess. Zum 01.07.2026 hat Thomas Nöken, der bereits zahlreiche Stadtplanungsprojekte erfolgreich begleitet hat, die Projektleitung übernommen. Er wird die kommenden Schritte koordinieren und die bauliche Entwicklung des gesamten Areals eng begleiten.
Nutzungskonzept gemeinsam entwickeln
Ein zentraler Baustein des Projekts ist die frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit. Bereits im Herbst sind Workshops und Dialogveranstaltungen mit dem Stiftungsrat, den Anwohnern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern geplant. Gemeinsam sollen Ideen und Perspektiven für die zukünftige Nutzung des Areals diskutiert werden.
„Die Entwicklung dieses Areals ist für Radolfzell von großer Bedeutung und muss deshalb mit der notwendigen Sensibilität angegangen werden. Mir ist es ein wichtiges Anliegen, die Radolfzeller frühzeitig in diesen Prozess einzubeziehen und ihre Anregungen ernst zu nehmen. Deshalb werden wir noch in diesem Jahr Gespräche führen, um die Zukunft dieses besonderen Standorts gemeinsam zu diskutieren“, erklärte Oberbürgermeister Simon Gröger.
Fest steht bereits, dass der historische Teil des Krankenhauses erhalten bleiben soll. Ob auch der Bettentrakt (Fächerbau) künftig bestehen bleibt, wird im weiteren Verfahren separat diskutiert.
Die übrigen Teile des ehemaligen Krankenhauses sollen rückgebaut werden.
Nachhaltige Entwicklung mit viel Potential
Mit der Bürgerbeteiligung soll die Grundlage für die weitere Entwicklung geschaffen werden. Ziel ist es, Anfang 2027 ein Konzeptvergabeverfahren auf den Weg zu bringen. „Bereits im Herbst möchten wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ideen für die künftige Nutzung des Areals entwickeln. Denkbar sind dabei unterschiedliche Konzepte – von medizinischen Einrichtungen über Büroflächen bis hin zu Wohnangeboten oder Beherbergungsbetrieben. Ebenso wichtig ist die Diskussion darüber, welche Grünflächen wir erhalten können und wie diese in die zukünftige Gestaltung eingebunden werden können“, verdeutlichte Projektleiter Thomas Nöken.
Der Spitalfonds plant den Verkauf des Gebäudes und des Grundstücks an einen passenden Investor. Gleichzeitig besteht seitens der Luisenklinik, die benachbarte Tagesklinik für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen, Interesse an einem Teil des Gebäudes. Entsprechende Gespräche werden bereits geführt. Auch für die bislang noch im Krankenhaus ansässigen Facharztpraxen konnten Lösungen gefunden werden: Im April 2024 konnte die Frauenarzt-Praxis von Dr. Julia Minner in die Konstanzer Straße ziehen. Dr. John Thiericke hat seine HNO-Praxis im April 2026 im Jahrhundertbau eröffnet und der HNO-Arzt Markus Steinwaller wird mit seiner Praxis Ende 2026 in die Böhringer Straße ziehen.
Während des bisherigen Prozesses stand Oberbürgermeister Simon Gröger in engem Austausch mit Landrat Zeno Danner und Singens Oberbürgermeister Bernd Häusler. Darüber hinaus wurden Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen eingebunden.
Bürgerinnen und Bürger, die bereits jetzt Anmerkungen und Ideen zur Entwicklung des Krankenhausareals einbringen möchten, können diese per E-Mail an thomas.noeken(at)radolfzell.de schicken.