Zentraler Seezugang

Nach 14 Jahren Planung hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nun den Grundsatzbeschluss zur Realisierung eines zentralen Seezugangs aufgehoben. Die derzeitige Bahnhofsunterführung bleibt somit bestehen und muss nun im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms modernisiert und bis 2022 barrierefrei werden.

 Vogelperspektive auf Altstadt, Bahnhof und Mole | Bild: Stadt Radolfzell | Abteilung Stadtplanung

Vogelperspektive auf Altstadt, Bahnhof und Mole | Bild: Stadt Radolfzell | Abteilung Stadtplanung

Der Gemeinderat hat in der Haushaltsplanberatung am 21. Januar 2020 bereits die finanziellen Mittel für das Projekt „Stadt-Bahn-See" aus dem Haushaltsansatz 2020 und aus der mittelfristigen Finanzplanung gestrichen. In der Sitzung am 26. Mai 2020 hat das Gremium einen weiteren weitreichenden Beschluss gefasst: Auf Antrag der Fraktion der Freien Grünen Liste wurde entschieden, den Grundsatzbeschluss zum Bau der modifizierten Vorzugsvariante der Seetorquerung aufzuheben.
 
Bei einer Enthaltung stimmten 14 Stadträte für und 11 Stadträte gegen die Aufhebung des Beschlusses. Damit werden die Planungen für einen neuen zentralen Seezugang, die bereits im Jahr 2006 begonnen haben, eingestellt. Die zugesagten Fördermittel des Landes können nicht mehr abgerufen werden. 

 

Bahnhof soll modernisiert werden

Der aktuelle Beschluss führt dazu, dass die derzeitige Bahnhofsunterführung, die die Altstadt mit dem See verbindet, bestehen bleibt. Nun sollen der Bahnhof und die Unterführung im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II modernisiert und barrierefrei gestaltet werden. Das Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg umfasst den barrierefreien Umbau von Bahnsteigen und deren Zugängen, die Sanierung von Bahnsteiganlagen und die Verbesserung von Bahnhofsgebäuden. Unterstützt wird auch die Verknüpfung verschiedener Mobilitätsformen im Umfeld der Station wie etwa die Errichtung eines Fahrradparkhauses und der Ausbau des Stationsumfelds zur Mobilitätsdrehscheibe.
 
Die Verantwortung für den barrierefreien Ausbau des Radolfzeller Bahnhofs liegt damit bei der Deutschen Bahn AG. Sie hat gemäß den Regelungen des Behindertengleichstellungsgesetzes bis 2022 dafür zu sorgen, den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen (mit Aufzügen oder Rampen) und zu den Zügen (durch Absenkung der Bahnsteige) umzusetzen. Inwieweit dies in der Kürze der Zeit umzusetzen ist, bleibt abzuwarten.
 
Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, einen Kostenanteil für die Umsetzung der Barrierefreiheit der Bahnsteige zu tragen. Zudem fällt der Unterhalt der Unterführung, wie etwa Ausbesserungen und Malerarbeiten, in die Zuständigkeit der Stadt. Gegenwärtig plant die Stadtverwaltung den Beginn der notwendigen Arbeiten noch in diesem Jahr.

 

So geht es weiter

Die Deutsche Bahn wird nun die Planungen aufnehmen. Voraussichtlich nach der Sommerpause werden – nach Vorberatung in den städtischen Gremien – die im Rahmen des Bahnhofsmodernisierungsprogramms II umzusetzenden Eckpunkte im Gemeinderat beraten.
 
Unabhängig von der Modernisierung und Schaffung der Barrierefreiheit des Bahnhofs hat die Stadt Radolfzell die Planungen für die Attraktivierung des Bahnhofsumfeldes aufgenommen. Ein städtebaulicher Ideenwettbewerb hat Ansätze für die Verbesserung des sogenannten Bahnhofsquartiers – also das Areal, das sich an der Friedrich-Werber-Straße befindet und das Gebiet von der ehemaligen Güterhalle und dem ehemaligen Parkdeck bis zur Postpakethalle am Kapuzinerweg umfasst – geliefert. 

 

Kontakt

Uwe Negraßus | Fachbereichsleitung
Fachbereich Tiefbau und Kläranlage
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
uwe.negrassus@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-330 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mo - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung