Seetorquerung

Die Stadt Radolfzell verfolgt seit Jahren mit Nachdruck das Ziel, das Altstadtumfeld neu zu ordnen und damit dem Mittelpunkt der Stadt eine dauerhafte Lebensfähigkeit zu sichern. Dies geschah in der jüngsten Vergangenheit durch die Konversion des Schiesser-Areals und soll nun im Süden durch die neue attraktive Querung der Bahnlinie mit der „Eisenbahnüberführung Seetorquerung“ im Bahnhofsbereich und einer damit verbundenen Bahnhofsmodernisierung fortgesetzt werden.

 Seetorquerung aus der Vogelperspektive | Bild: Baldauf Architekten und Stadtplaner GmbH

 Seetorquerung aus der Vogelperspektive | Bild: Baldauf Architekten und Stadtplaner GmbH

Aktueller Stand und wie geht es weiter?

 

Wie geht es mit dem Projekt Seetorquerung weiter? Welche Möglichkeiten haben nun Gemeinderat und Verwaltung? Nachdem die Deutsche Bahn eine finale Absage zur Kostenbeteiligung erteilt hat, stellen sich viele Bürgerinnen und Bürger diese Fragen.

 

In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 27. September 2016, stellte die CDU-Fraktion den Antrag, eine schmalere Variante der Seetorquerung überprüfen zu wollen.
Diesem Antrag stimmte die Mehrheit des Gemeinderats zu. Geprüft wird nun, ob die Vorzugsvariante statt 8,50 m Breite auch mit einer Breite von 6,50 m realisiert werden könnte. Geprüft werden zudem die Kosten.

Ausgangssituation

Die Zuwegung des Uferbereiches von der Altstadt ist heute nur sehr unzureichend. Im Zuge der Bahnhofsumgestaltung in den 60er Jahren wurde eine Unterführung gebaut, die verhältnismäßig schmal und dunkel wirkt. Erschwerend kommt hinzu, dass von Stadtseite aus zunächst auf das Bahnsteigniveau hinauf gehen muss, um dann in die Unterführung abzutauchen. Den See selbst sieht man nicht, erst nach Überwindung einer weiteren Treppenanlage erreicht man die Mole.

 

Die „Querung“ ist in keinster Weise mehr den modernen Bedürfnissen einer Touristenstadt angemessen. Zudem leidet die sehr erfolgreich sanierte Altstadt unter diesen Hemmnissen. Ziel ist es nun eine großzügige funktional einwandfreie Verbindung zwischen Stadt und See herzustellen.

Gesamtkonzeption Stadt-Bahn-See

Die Seetorquerung ist Teil eines städtebaulich zusammenhängenden „Stadt-Bahn-See“- Konzeptes mit mehreren Entwicklungsbereichen. Die Erneuerungs- und Modernisierungsmaßnahme im Bereich des Bahnhofsareals darf daher nicht für sich isoliert betrachtet werden. Die Seetorquerung ist Teil eines abgestimmten Gesamtkonzeptes in der erweiterten Innenstadt von Radolfzell.

Konzeption Seetorquerung

Zunächst wird die Seetorquerung in Verlängerung der Achse Rathaus / Kirche / Seetorplatz / See gelegt. Damit erfolgt die Zuwegung von der Altstadt zum See direkt ohne Verwinkelungen und Abbiegungen.

 

Die Maßnahme wird dadurch erleichtert, dass die Bahn AG die Gleise 1 und 2 (zur Altstadt hin) im Bereich der Querung nicht mehr benötigt und in zwei Stumpfgleisen weiter östlich enden lässt. Damit sind lediglich die Gleise 3, 4, 5 und 6 zu unterqueren. Die Lage der Gleise wird nicht verändert. Dies wäre mit zu hohem finanziellen Aufwand verbunden.

 

Der westliche Teil des Bahnhofsgebäudes wird abgebrochen und nach Osten auf die frei werdende Gleisfläche verlegt. Dadurch entsteht eine direkte Sichtverbindung zwischen Rathaus und See. Die Seetorquerung wird wird 8.50 m breit. Die Gleise sollen in Form von Brücken diese Unterquerung überwinden. Dies hat den Vorteil, dass zwischen den Gleisen 4 und 5 ein weiteres Lichtband die optische Länge der Unterquerung mildert.

 

Die Unterquerung hat direkten Zugang zu den Bahnsteigen über Aufzüge, so dass auch eine rollstuhlgerechte Anbindung der Bahnsteige sichergestellt ist.

3D Visualisierung von Baldauf Architekten und Stadtplaner GmbH

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Kosten der Seetorquerung

 

Seetorquerung

12,6 Mio. €

Anpassung Stadt- und Seeseite, Freiraumgestaltung

1,2 Mio. €
Infrastrukturmaßnahmen (Gleisum- und rückbau) 3,8 Mio. €
Empfangsgebäude 1,7 Mio. €
Vorplanungen des Gesamtprojekts Stadt-Bahn-See 0,5 Mio. €
Risikozuschlag 2,5 Mio. €
   
Gesamtkosten (Stand 10.03.2015) 22,3 Mio. €

 

Finanzierung

Die Finanzierung ist in der mittelfristigen Finanzplanung fest verankert. Für das Projekt fließen Fördergelder des Landes in Höhe von 7 Millionen Euro, weitere rund 5 Millionen stehen aus einer für diesen Zweck gebildeten Sonderrücklage zur Verfügung.

 

Für die Vorplanung des Gesamtprojekts Stadt-Bahn-See sowie die Planungen Seetorquerung, Gleisumbau, Empfangsgebäude etc. sind bereits 2,5 Mio. Euro ausgegeben worden.

 

 

Historie

 

2002 | Studie zur Tieferlegung der Bahn (Kosten 300 bis 400 Mio €)

 

2003 | Stadtentwicklungsprozess, eines der Hauptziele war die Anbindung der Stadt an den See

 

2005 | Machbarkeitsstudie zum Gleisrückbau (seeseitiger Rückbau würde über 40 Mio € kosten)

 

Juli 2006 | Projektbeginn Stadt-Bahn-See

 

2007 | Machbarkeitsstudie zur Seetorquerung

 

18.07.2007 | erstes Stadtgespräch in der Paketposthalle zu Stadt-Bahn-See

 

2008 | Beginn der Planungsphase, Aufnahme des Projekts in das Förderprogramm „Stadtumbau West“

 

15.12.2009 | zweites Stadtgespräch im Milchwerk zu Stadt-Bahn-See

 

02 bis 05.2010 | Bürgerwand im Rathaus zu Stadt-Bahn-See

 

2009/2010 | Planungen zur Seetorquerung Variantenuntersuchung, Alternativen, Einarbeiten der Anregungen aus dem Stadtgespräch und der Bürgerwand

 

2010 | Beauftragung der Ingenieurplanung (Vorplanung für die Variante 8,50 m Breite und Null-Lösung)

 

2011 | Abschluss der Vorplanung, Entscheidung des Gemeinderates die Vorzugsvariante mit 8,50 m Breite weiter zu bearbeiten, Beauftragung der Entwurfsplanung

 

2013 | Abschluss der Entwurfsplanung

 

03.02.2014 | Stadtgespräch Seetorquerung

 

01.04.2015 | Bürgerinformation im Milchwerk

 

07.04. - 30.04.2015 | Bürgerbefragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach

 

09.06.2015 | Beschluss des Gemeinderates zum Bau der Seetorquerung

 

24.09.2015 | Bürgerinformationsveranstaltung im Milchwerk

 

27.09.2015 | Bürgerentscheid zur Seetorquerung

 

06.10.2015 | Beschluss des Gemeinderates zum Bau der Seetorquerung

Kontakt

Uwe Negraßus | Fachbereichsleitung
Fachbereich Tiefbau und Kläranlage
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
uwe.negrassus@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-330 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mo - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung

Downloads

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Präsentationen Bürgerinfo 01.04.2015

 
 
 
 
 
 

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