Fragen an den Oberbürgermeister

 

Fragen und Antworten, die für viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt Radolfzell interessant sind, haben wir hier für Sie gesammelt.

Coronamaßnahmen - Maskenpflicht

Sehr geehrter Herr Staab,
mit Entsetzen habe ich am Mittwoch auf dem Radolfzeller Wochenmarkt feststellen müssen, dass die Stadt Radolfzell wohl eigene Standards hinsichtlich Coronaschutz etabliert hat!
Ich besuche den Wochenmarkt jede Woche und war mir sicher, hier auch in der Corona-Kriese maskenfrei einkaufen zu können.
Ein Betreten des Wochenmarktes blieb mir ohne entsprechenden Mund- und Nasenschutz verwährt. Wer hat diese Anordnung erlassen und mit welchem Grund?
Auf der Seite des Landes Baden-Württemberg ist folgendes zu lesen:
"Die Maskenpflicht gilt nicht für Wochenmärkte, da diese nicht in Verkaufsräumen von Ladengeschäften stattfinden.
Ansonsten gilt in Verkaufsräumen von Ladengeschäften und allgemein in Einkaufszentren die Maskenpflicht.
Unabhängig davon ist es grundsätzlich sinnvoll, eine Maske zu tragen, wo immer der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann."

Aktuelle Zahlen sprechen von bisher 10 "Corona-Toten" im Landkreis Konstanz, dies entspricht etwa den Verkehrstoten im selben Zeitraum.
Kommt demnächst ein KfZ-Verbot in Radolfzell? Werden Sie demnächst auch ein Rauchverbot in Radolfzell einführen, da die Zahl der Tabak-Toten im selben Zeitraum wesentlich höher liegt?
Ich bitte um eine kurze Erklärung dieses irrationalen Widerspruchs.
 
 
Sehr geehrte(r) Frau/Herr,
 
ich kann Ihren Unmut zu den geltenden Einschränkungen verstehen. Uns allen fällt es nicht leicht, die Anfordernisse zu akzeptieren. 
 
Das Land Baden-Württemberg fordert in der Corona Verordnung die Maskenpflicht für die Bereiche im öffentlichen Personennahverkehr (also zum Beispiel in U-Bahnen und Bussen sowie an Bahn- und Bussteigen) und in Läden sowie Einkaufszentren.
 
Wie sich herausgestellt hat, fällt es vielen Menschen schwer, in manchen Bereichen den nötigen Abstand zu wahren. Aus diesem Grund wurde in Radolfzell eine örtliche Allgemeinverfügung erlassen. Die Maskenpflicht gilt nun außerdem noch für folgende Bereiche:
 
  • Besuch des Wochenmarktes,
  • Betreten öffentlicher Einrichtungen und Gebäude,
  • Aufsuchen von Dienstleistungen insbesondere bei Versicherungen und in Banken
  • Poststellen und sonstiger Beratungsdienstleistungen
  • Erbringen von gewerblichen Handwerks-, Reinigungs- und vergleichbaren Dienstleistungen in Privatwohnungen
Diese zusätzlichen Bereiche, in denen Radolfzell die Maskenpflicht erweitert hat, gelten nicht in anderen Gemeinden und Städten und beziehen sich auf das Zusammenleben in Radolfzell.
Sie bringen allerdings einen erhöhten Schutz der Bevölkerung, denn der Kontakt und damit die Ansteckungsgefahr sind vergleichbar wenn ich in ein Ladengeschäft gehe und etwas kaufe oder in ein Beratungsbüro um mich beraten zu lassen.
Deshalb sollte immer in Verkaufs-, Beratungs- oder Dienstleistungsräumen die gleiche Regel, nämlich mit Mundschutz gelten.
Immerhin haben wir es durch die große Disziplin und Vernunft der Menschen geschafft, seit 20 Tagen in Radolfzell keine nachgewiesene Neuinfektion zu haben. Der Rückschluss, weil wir dies nicht mehr haben, könnte man die Regeln aufheben, halten wir für falsch.
 
Erste Lockerungen der Bundes- und Landesregelungen sind bereits eingeführt. Unser oberstes Ziel muss nun sein weiterhin – so gut wie möglich – die Ausbreitung des Virus zu vermeiden und schrittweise zum Gewohnten zurückkehren.
 
Funktionieren kann dies nach allgemein herrschender Meinung nur,  wenn alle in unserer Stadt weiterhin so vorbildlich und besonnen handeln wie bisher.
 
Je disziplinierter wir alle zusammen halten, umso schneller können die Maßnahmen von Bund und Land weiter gelockert werden.
Die Masken, von denen Sie sprechen sind kein Eigenschutz, sondern schützen ihre Umwelt vor einer Ansteckung.
 
Je mehr Menschen dies befolgen, umso größer wird die Infektionsgefahr minimiert. Es würde mich freuen, wenn auch Sie uns helfen könnten, in dieser Krise umsichtig zu sein.
 
Es gibt viel Unsicherheit in diesen Tagen, aber eines ist sicher: Gemeinsam können MirZeller diese Krise bewältigen!
 
Freundliche Grüße
 
Martin Staab
Oberbürgermeister
 
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