Junge Energie, Kompetenz und Leistungsbereitschaft im Handwerk

23.10.2017 | Große Freisprechungsfeier für über 240 neue Gesellinnen und Gesellen.

Sie drückten an der Freisprechungsfeier den neuen Gesellinnen und Gesellen ihre Wertschätzung aus und ermutigten Sie, auf ihrem Karriereweg in den zukunftsträchtigen Handwerksberufen weiter zu gehen, v.l.: Handwerkskammerpräsident Gotthard Reiner, Festredner Timo Benitz und Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender. Foto: Gaby Hotz
Zahlreiche neue Handwerksgesellinnen und –gesellen waren auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Westlicher Bodensee zusammen mit ihren Familien, Freunden, Ausbildern, Vertretern von beruflichen Schulen, der Handwerkskammer Konstanz und weiteren Gästen in die Talwiesenhalle in Rielasingen-Worblingen gekommen. In feierlichem Rahmen wurden sie gemäß der Handwerkstradition ‚freigesprochen‘ und erhielten alle auf der Bühne ihre Gesellenbriefe und zusätzliche Ehrungen als Innungs- und Kammersieger/innen. Der Festredner Timo Benitz, Studentenweltmeister und Deutscher Meister im 1500-Meter-Lauf, traf genau den richtigen Ton der nur etwas jüngeren Fachkräfte und hatte die volle Aufmerksamkeit des Publikums.
 
Kreishandwerksmeister Hansjörg Blender beglückwünschte die neuen Fachkräfte in seiner Begrüßungsrede nach der international geschätzten dualen Ausbildung zu diesem ersten Baustein ihrer Karriere in Berufen mit Zukunft. Das Handwerk boomt und bleibt in seiner teilweisen rasanten Entwicklung nicht stehen. Digitalisierung 2025 und Handwerk 4.0 gehören bereits zum Arbeitsalltag, bedingen aber weiterhin eine stetige Lernbereitschaft. „Wir begleiten Sie hierbei gerne. Fordern Sie uns und wir fördern Sie!"
 
Jutta Gold, stellvertretende Bürgermeisterin von Rielasingen-Worblingen sah ein großes Potential in den Nachwuchskräften. Mit ihrer Berufswahl im Handwerk gehören sie zu einer wichtigen Säule unserer Gesellschaft und seien mit ihrem Fachwissen nun sehr umworben.
Die Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger nannte dazu weitere Fakten: Bundesweit arbeiten 5,45 Millionen Menschen im Handwerk und erwirtschaften jährlich 561 Milliarden Euro. Aufgrund der Bedeutung dieses Wirtschaftssektors engagiert sich das Land mit Fördermitteln in verschiedenen Bereichen. Gotthard Reiner, Präsident der Handwerkskammer Konstanz freute sich, hiervon Fördermittel von rund 2 Millionen Euro für neue Technik und Qualifizierungsmaßnahmen nutzen zu können. In der Digitaloffensive sei man treibende Kraft, in der Anzahl an Ausbildungsverträgen für Flüchtlinge führend in Baden-Württemberg. Ein großes Lob ging an junge Frauen, die immer öfter auch in bisher typischen Männerberufen vorne mit dabei seien.
 
Die für die Hauptpersonen des Abends wichtigsten Aussagen kamen jedoch von Timo Benitz, der extra von Berlin in seine Heimatregion gereist war. Er konnte das Gefühl der jungen Gesellinnen und Gesellen nachempfinden, etwas Großes geschafft zu haben – diese Lust am Gewinnen. Anhand seiner sportlichen Laufbahn bis ins deutsche Nationalteam und den parallelen Studiengängen in Luft- und Raumfahrttechnik zeigte er, dass es immer wieder Punkte gibt, wo Entscheidungen für den weiteren Weg getroffen werden müssen. Gibt es einen Misserfolg, so kann das Ansporn sein, nochmals alles zu geben und zu zeigen, was in einem steckt. Und auch die Aufforderung, immer einen Ausgleich zur Arbeit zu haben, um den Kopf frei zu bekommen, sei wichtig. Nur so habe man wieder die volle Konzentration und Energie, um im Beruf durchzustarten.
 
Der Kammerpräsident griff dieses Thema auf, ehe er den offiziellen Akt der ‚Freisprechung‘ vornahm und den neuen Gesellinnen und Gesellen seine hohe Wertschätzung aussprach. Anschließend überreichte er mit Hansjörg Blender und den jeweiligen Obermeistern auf der Bühne in den einzelnen Gewerke-Gruppen die Gesellenbriefe und Auszeichnungen. Auch die Holzhauermusik hatte die Musiktitel passend ausgewählt, denn neben Timo Benitz waren an diesem Tag alle neuen Handwerksfachkräfte Sieger!
 
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