Gewerbegebiet "Kreuzbühl" mit klimaneutraler Energieversorgung

 Gewerbegebiet Kreuzbühl | Bild: Stadtverwaltung
 

In direkter Nachbarschaft des bestehenden Gewerbegebietes Nord soll in den nächsten Jahren ein weiteres Gewerbegebiet entstehen – und zwar ein ganz besonderes: Die insgesamt fünf Hektar große Fläche und die dort ansässigen Firmen sollen zu einhundert Prozent aus regenerativen Energiequellen versorgt werden.

 

Modernste Energietechnik

Ermöglicht wird der vollständige Verzicht auf fossile Energieträger durch ein kaltes Nahwärmenetz, das heißt eine Agrothermieanlage, sowie ein gebündeltes Stromnetz aus Photovoltaikflächen.

 

Bei der Energiegewinnung durch Agrothermie werden etwa zwei Meter unter der Erdoberfläche Erdwärmekollektoren in benachbarten Acker- und Wiesenflächen verlegt. Diese Kollektoren nutzen die Temperaturverhältnisse des Bodens und liefern den Gewerbebetrieben die Wärme im Winter und auch Kälte zur Gebäudeklimatisierung im Sommer. Die Photovoltaikanlage ergänzt die Energiegewinnung im Gewerbegebiet „Kreuzbühl“. Mit dieser autonomen Energieversorgung wird dieses Gewerbegebiet ein ganz innovatives und ein Novum in der Bundesrepublik sein: ein so genannter Clean Energy Park.

 

Umweltschonend realisiert

Wie bei allen anderen Baumaßnahmen in der Umweltstadt Radolfzell haben die Beteiligten auch bei der Realisierung dieses Gewerbegebietes den Umwelt- und Klimaschutz im Blick. Im bisherigen Planungsprozess wurden bereits verschiedene amtliche Stellen und Umweltverbände einbezogen.

 

Die Verlegung der Agrothermiekollektoren stellt einen minimalen Eingriff in das Bodengefüge dar und hat somit geringere Auswirkungen auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt als beispielsweise extreme Wetterschwankungen. Durch ein wiederkehrendes Monitoring werden mögliche Veränderungen im Boden überwacht.

 

Vorteile für Klima und Firmen

Auf den neuen Gewerbeflächen können die Unternehmen auf eine CO2-neutrale Versorgung von Wärme und Strom zurückgreifen. Und dies – das hat die Machbarkeitsstudie gezeigt – neben den ökologischen auch mit ökonomischen Vorteilen für die Unternehmen. „Wir gehen davon aus, dass sich in einem so umweltbewussten Gewerbegebiet neue Firmen ansiedeln werden. Vor allem Firmen und Branchenzweige, die Nachhaltigkeit als Geschäftszweig haben, können den Clean Energy Park als Marketingstrategie und Wettbewerbsvorteil nutzen“, ist Oberbürgermeister Martin Staab überzeugt.

 

Für einen ersten Interessenten hat die Stadt gemeinsam mit der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung ein Modellgebäude geplant und Lebenszykluskosten errechnet und die zeigen: Das Betriebsgebäude von morgen in einem Gewerbegebiet mit einer klimaneutralen Energieversorgung rechnet sich nicht nur für die Umwelt.

 

So geht es weiter

Ende 2018 ist eine Ausschreibung geplant, mit dem Ziel, einen Investor und Betreiber für die Energieversorgung des Gewerbegebietes zu finden. Im Anschluss können dann mit den Maßgaben des Energieversorgers die Projektschritte zur Erschließung beginnen.

 

Mit dem fortschreitenden Prozess rückt auch die Realisierung eines der 14 Schlüsselprojekte aus dem Stadtentwicklungsplan 2030 (step), der von Bürgern, Gemeinderat und Verwaltung gemeinsam erarbeitet wurde, näher.

Kontakt

Frank Perchtold | Wirtschaftsförderung
Strategische Steuerungsunterstützung
Marktplatz 2 | 78315 Radolfzell am Bodensee
   
frank.perchtold@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-105  Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr
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