Waldbegehung mit Bürgern

Revierleiter Gerhard Heizmann (rechts) erläutert interessierten Bürgerinnen und Bürger beim Rundgang im städtischen Forst mit OB Martin Staab den Zustand des Waldes. | Bild: Stadtverwaltung

 

Waldbegehung am Dienstag, 10. September 2019

Welche Auswirkungen haben die anhaltenden Hitzerekorde und geringen Niederschläge in diesem Sommer für den Wald? Welche Vorteile bringt die Buchenbewirtschaftung mit sich? Und wie verhält es sich mit der Weißtanne als Alternativbaumart? Antworten auf diese Fragen gibt es bei der jährlich stattfindenden Waldbegehung mit Oberbürgermeister Martin Staab und Revierleiter Gerhard Heizmann am Dienstag, 10. September. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Die ca. 2,5 km lange Waldbegehung beginnt um 17 Uhr und wird im Gebiet Eggenhalde in Güttingen stattfinden. Der Treffpunkt befindet sich nördlich von Güttingen in der Verlängerung der Straße „Zur Gottwies“. Es besteht am Seitenstreifen des Weges Parkmöglichkeit. Zum Abschluss lädt die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Grillwurst und Getränken an der Waldhütte oberhalb des Treffpunktes ein. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Um Anmeldung wird gebeten bis Montag, 9. September, Pressestelle, Julia Theile, Telefon 07732 81-108, E-Mail: julia.theile@pressestelle.de

 

Die Stadt Radolfzell ist mit rund 1.400 ha der größte kommunale Waldbesitzer im Landkreis Konstanz. Der Stadtwald ist durch Mischwälder geprägt und setzt sich zu 59 % aus Laubbäumen und zu 41 % aus Nadelbäumen zusammen. Wichtigste Baumarten sind die Buche mit 31 % und die Fichte mit 19 %. Daneben prägen besonders Kiefer, Eiche, Lärche und andere Baumarten das Bild des Walds. Die kommunale Waldbewirtschaftung erfolgt nachhaltig. Der Wald soll in diesem Zusammenhang drei Erfordernissen gerecht werden und die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen.

Waldbegehung am 10.09.2019 um 17 Uhr. Treffpunkt nördlich von Güttingen, in der Verlängerung der Straße „Zur Gottwies“. Es besteht am Seitenstreifen des Weges Parkmöglichkeit. Von dort eine ca 2,5 km lange Wanderung mit waldbaulichen Themen. Zum Abschluss lädt die Stadt zu Grillwurst und Getränken an der Waldhütte, oberhalb des Treffpunktes, ein.

Plan: Forstrevier Radolfzell

Was verbirgt sich hinter dem Alt- und Totholzkonzept? Welche Auswirkungen haben die anhaltenden Hitzerekorde und geringen Niederschläge in diesem Sommer für den Wald? Wo sind die Herausforderungen durch den Borkenkäfer besonders präsent? Antworten auf diese Fragen gab es bei einer Waldbegehung mit Oberbürgermeister Martin Staab am Dienstag, 4. September.

 

Trockenheit macht Fichten zu schaffen

Die Trockenheit und der Borkenkäfer – mit diesen Problemen haben auch die Bäume im Radolfzeller Stadtwald zu kämpfen. Revierleiter Gerhard Heizmann und Bernhard Hake vom Kreisforstamt Konstanz erläuterten den Zustand des Waldes. Temperaturen über 30 Grad Celsius machen der Fichte besonders zu schaffen – im geschwächten Zustand stellt sie dann für den Borkenkäfer ein willkommenes Fressen dar. Die Schäden sind unter anderem im Radolfzeller Hardt gut sichtbar. Dort fand der Rundgang durch ein Teilgebiet mit zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt.

 

Charakteristisch für das Gebiet des Radolfzeller Hardts (oberhalb des Media Marktes) ist der kieshaltige Untergrund, der es den Bäumen erschwert, leicht an das Wasser zu kommen. Hohe Temperaturen schaden dem Baumbestand, nicht aber dem Borkenkäfer.  „Die Käfer sind sehr robust und bekommen nur dann Probleme, wenn es über einen längeren Zeitraum viel Niederschlag gibt. Dann verschimmelt die Brut unter der Rinde.“ Heizmann prognostiziert, dass die Fichte in unseren Breiten in 50 Jahren keine Lebenschance mehr haben wird – bedingt durch die klimatischen Veränderungen. Mit ihren flachen Wurzeln kann sie sich nicht an die neuen Bedingungen anpassen und wird von den Experten als „Problembaum“ bezeichnet.  Wie hoch die Schäden im Radolfzeller Forst sind, verdeutlichen folgende Zahlen: Pro Jahr müssen durchschnittlich ca. 10 000 Festmeter im Stadtwald nachhaltig eingeschlagen werden. Davon sind in normalen Jahren ungefähr 260 Festmeter durch den Borkenkäfer geschädigt. Bedingt durch die Trockenheit mussten nun 10 320 Festmeter, die der Borkenkäfer geschädigt hatte, eingeschlagen werden. Der Wert liegt also fast um das 40fache höher. Probleme hat durch die extreme Trockenheit aber auch die Buche, erläutert Kreisförster Bernhard Hake. Denn die Buche hat in diesem Jahr bereits im August das Laub abgeworfen. Somit startet sie sehr geschwächt in das nächste Jahr. Auch Sicht der beiden Förster ist die Douglasie die Baumart, die in Zukunft am besten mit den klimatischen Bedingungen in unserer Region zurechtkomme. „Und sie hat den großen Vorteil, dass sie nicht vom Wild verbissen wird“, sagte Heizmann.

 

Alt- und Totholzkonzept

Die Stadt Radolfzell ist mit rund 1.400 ha der größte kommunale Waldbesitzer im Landkreis Konstanz. Der Stadtwald ist durch Mischwälder geprägt. Er setzt sich zu 59 % aus Laubbäumen und zu 41 % aus Nadelbäumen zusammen. Wichtigste Baumarten sind die Buche mit 31 % und die Fichte mit 19 %. Daneben prägen besonders Kiefer, Eiche, Lärche und andere Baumarten das Bild des Walds. Die kommunale Waldbewirtschaftung erfolgt nachhaltig. Der Wald soll in diesem Zusammenhang drei Erfordernissen gerecht werden und die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen erfüllen. 41 % des Stadtwaldes liegen im Natura 2000-Gebiet. Dies hat Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung. Mit dem Alt- und Totholzkonzept kommt die Stadt den artenschutzrechtlichen Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes nach. Neben allen rechtlichen Belangen möchte die Stadt aber auch einen Beitrag zur Biodiversität und zum Erhalt der Alt- und Totholz bewohnenden Tier- und Pflanzenarten leisten. Die Stadt Radolfzell hat deshalb im Sommer 2015 die Umsetzung des Alt- und Totholzkonzepts im Stadtwald beschlossen. Sie war damit die erste Kommune im Landkreis Konstanz, die sich für das Alt- und Totholzkonzept entschieden hat. Hierzu zählt, dass auch sehr alte und abgestorbene Bäume ihren Platz im Wald haben. Zahlreiche Käfer, Spechte und Fledermäuse, Pilze, Moose und Flechten sind auf das Holz absterbender und vermodernder Bäume angewiesen. Auch umgestürzte Bäume sind voll Leben. Käferlarven tummeln sich unter der Rinde und Moose und Flechten bedecken das Holz.

 

Im nächsten Jahr wird ein weiterer Waldbegang in einem anderen Gebiet des  Stadtwaldes stattfinden. Die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen; der Termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Bilder: Christof Stadler

Kontakt

Moritz Schade | Bürgerbeteiligung
Büro Oberbürgermeister
Marktplatz 2 | 78315 Radolfzell am Bodensee
   
moritz.schade@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-108  Mo - Di und Do - Fr | 8.00 - 12.00 Uhr
Fax 07732 | 81-400 und nach Terminvereinbarung