Vorbildliche Projekte: Gewinner des Klimaschutzwettbewerbes

„Wir machen mit beim Klimaschutz“ hieß das Thema des Wettbewerbs, bei dem die Bürgerinnen und Bürger ihre Projekte einreichen konnten. Ziel des Wettbewerbs war es, das Engagement der Radolfzellerinnen und Radolfzeller beim Klimaschutz sichtbar zu machen und zu belohnen. So sollten zudem andere inspiriert und motiviert werden, selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Denn jeder noch so kleine Beitrag zählt.

 

Insgesamt wurden sechs Projekte in den Kategorien Energieeinsparung/ CO2-Einsparung, Nachhaltigkeit/ Ressourcenschonung und Naturschutz /Biodiversität /Artenschutz eingereicht. Diese wurden von einer fachkundigen Jury beurteilt. Ende Oktober 2021 fand die Preisverleihung des Klimaschutzwettbewerbes der Stadt Radolfzell in der Stadtbibliothek statt, bei der die sechs Gewinner geehrt wurden. „Wir haben uns sehr über die eingereichten Projekte gefreut, denn sie zeigen, wie jeder Einzelne auch mit kleinen Mitteln zu Hause zum Klimaschutz beitragen kann“, betonte die Klimaneutralitätsmanagerin Sarah Wilm bei der Preisverleihung.

Die Gewinnerprojekte im Überblick:

1. Platz: Nachhaltiges Holzhaus

Im Jahr 2004 haben Lily und Ewald Müller ihr Holzhaus in der Nordstadt bezogen und konnten so ihren Traum von Nachhaltigkeit, Energieeinsparung, Ressourcenschonung und Biodiversität verwirklichen. Das nachhaltige Haus verfügt über eine passive Energiegewinnung durch große Süd-/Südwestfenster, ein Gründach mit angeschlossener Regenwasserzisterne mit einem Volumen von 5.000 Liter sowie einer Solarthermie-Anlage auf dem Gründach zur Brauchwassererwärmung und Heizungsunterstützung ergänzend zur Fernwärme. Die Beleuchtung sowie die Elektrogeräte wurden komplett auf Energiesparsysteme umgestellt. Der circa 250 Quadratmeter große, naturnahe Garten wurde mit einer insektenfreundlichen Bepflanzung, mehreren Insektenhotels und Nistkästen sowie Vogeltränken ausgestattet. Der Gemüseanbau für den Eigenbedarf erfolgt im Gemeinschaftsgarten des Freundeskreises Asyl. Zudem beteiligen sich Lily und Ewald Müller an externen Photovoltaikanlagen in Duchtlingen und Radolfzell.

 

Preis: Mikro PV-Anlage für den Balkon

 Nachhaltiges Holzhaus

Bildquelle: Lily und Ewald Müller

2. Platz: Bienenvölker, Insektenhotels und Bienenwachstücher/Kerzen

Im Garten hat Louis Buhl verschieden Angebote an Nistmöglichkeiten für Insekten geschaffen, wie beispielsweise Insektenhotels, Nistblöcke aus Beton mit unterschiedlichen Lochgrößen und Totholzhaufen. Zur Nachhaltigkeit trägt Louis Buhl zudem mit seinen Bienenvölkern bei. Jedes Jahr erntet er eigenen regionalen Honig und stellt aus dem Wachs Kerzen und Bienenwachstücher als nachhaltigen Ersatz für Frischhaltefolien her.

 

Preis: Gutschein für eine Jahreskarte des ÖPNV in Radolfzell (Stadtbus)

 Bienenkiste

Bildquelle: Louis Buhl

3. Platz: CO2-neutrales Haus

Das im Jahr 2012 gebaute Haus von Hellmuth Moll in der Nordstadt ist CO2-neutral. Beim Bau wurde ein Energie-Einsparkonzept realisiert. Die extrem starke Dämmung vom Boden, den Wänden und dem Dach sowie die passive Sonnenenergienutzung durch große, dreifach-verglaste Fenster mit U-Wert 0,6 gewährleisten die dichte Bauweise, die durch einen Blower-Door-Test nachgewiesen wurde. Die Lüftungsanlage wurde mit integrierter Wärmerückgewinnung versehen, wodurch 95 Prozent der sonst beim Lüften verloren gehenden Wärmeenergie zurückgewonnen wird. Der Restwärmebedarf und die Warmwasserbereitung wird über eine Gas-Brennwert-Therme gedeckt, um möglichst Wärmeverluste im Vergleich zu einem herkömmlichen Warmwasserboiler zu vermeiden. Das Gebäude wird mit Ökostrom versorgt. Die aus der Photovoltaik-Anlage mit 4,8 kWp erzeugte Energie wird zu circa 40 Prozent selbst verbraucht. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Der Gesamtenergieverbrauch (Gas und Strom) beträgt im Durchschnitt der letzten drei Jahre 5.670 kWh/Jahr. Daraus errechnet sich eine eingesparte CO2-Emission von 910 kg/Jahr. Durch die Stromeinspeisung ergibt sich, berechnet mit dem deutschen Strommix (laut Umweltbundesamt) eine CO2-Einsparung von 1.780 kg/Jahr. Das Haus verursacht also deutlich weniger CO2-Emissionen als es vermeidet.

 

Preis: Gutschein bei den Seefahrern, einen Tag lang ein Wunschauto mit unbegrenzter Kilometerzahl mieten (gesponsert von den Stadtwerken).

 CO2 Neutrales Haus

Bildquelle: Hellmuth Müller

4. Platz: PV-Anlage mit Batteriespeicher

Ende Februar 2021 hat Patrick Welschinger eine Photovoltaik-Anlage mit Batterie-Pufferspeicher auf seinem Eigenheim in Möggingen installiert. Seither konnte er 95 Prozent seines Eigenstromverbrauchs über die Anlage decken und so über 4 Tonnen CO2 einsparen. Neben den normalen Haushaltsgeräten werden damit auch Teichpumpen und Filter betrieben, um das neu angelegte Ökosystem (Teich) im Garten zu betreiben.

 

Preis: 100 Euro für das nächste klimabezogene Projekt.

 PV-Anlage mit Batteriespeicher auf Haus

Bildquelle: Patrick Welschinger

5. Platz: Upcycling aus alten Verpackungen

Nina Welschinger stellt aus alten Verpackungen wie beispielsweise von Kaffeebohnen, Caprisonne oder Schokolade Einkaufstaschen oder Badetaschen her. Durch dieses Upcycling wird der zu entsorgende Plastikmüll deutlich reduziert.

 

Preis: Gutschein für eine Saisonkarte für die Radolfzeller Freibäder

 Tasche aus alten Kaffeebohnen Verpackungen

Bildquelle: Nina Welschinger

6. Platz: Bienenhotel und Vogelhäuschen

Martina Bohl übernimmt nächstes Jahr den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern. Um in Zukunft einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten, hat sie in ihrer Christbaumkultur ein Bienenhotel aufgestellt und eine Bienenweidenfläche gesät. Im vergangenen Jahr kamen noch einige selbst gebastelten Vogelhäuser dazu.

 

Preis: Gutschein für eine Saisonkarte für die Radolfzeller Freibäder

 Bienenhotel

Bildquelle: Martina Bohl

Stadt und Bürgerschaft gemeinsam fürs Klima

Die Stadt Radolfzell engagiert sich mit zahlreichen Projekten für den Umwelt- und Klimaschutz. Ob das Aktionsprogramm „10.000 Bäume für Radolfzell“, die ökologische Bauweise bei kommunalen Bauprojekten, das Bioenergiedorf Möggingen, das Solarenergiedorf Liggeringen oder das neue Gewerbegebiet Blurado, das zu 100 Prozent mit regenerativen Energien versorgt wird: Die Stadt hat bei Investitionen stets auch die klimaschutzrelevanten Aspekte im Fokus. Dass der Klimaschutz auch den Radolfzellerinnen und Radolfzellern ein großes Anliegen ist, hat die Entstehung des Stadtentwicklungsplans 2030 gezeigt. Bürgerschaft, Gemeinderäte und Stadtverwaltung haben mehrere Schlüsselprojekte zum Umwelt- und Klimaschutz definiert.

Kontakt

Sarah Wilm | Stabsstelle Umwelt-, Klima- und Naturschutz
Dezernat III
Marktplatz 2 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
sarah.wilm@radolfzell.de
   
Tel. 0 77 32 | 81-117 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 0 77 32 | 81-400  Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung