Vögel der Streuobstwiese

Das Interreg-IV Projekt zur Förderung seltener Obstgartenvogelarten ist Ende 2012 ausgelaufen. Zusammen mit Projektpartnern aus der Schweiz, dem Hegau und dem Klettgau wirkte auch die Stadt Radolfzell an diesem grenzüberschreitenden Großprojekt mit. Sowohl die Streuobstbaumausgabe als auch die Kontrolle und Reinigung der Nistkästen werden auch weiterhin stattfinden.

 Zusammen mit Mitarbeitern des Umweltamts reinigen Schüler der Gerhard-Thielcke-Realschule die Nistkästen auf dem Schulgelände | Bild: Herr Rommel

Zusammen mit Mitarbeitern der Abteilung Landschaft und Gewässer reinigen Schüler der Gerhard-Thielcke-Realschule die Nistkästen auf dem Schulgelände | Bild: Herr Rommel

Welche Ziele hatte das grenzüberschreitende Interreg-IV Projekt?

Hauptziel war es, die Bestände von seltenen Obstgartenvögeln zu erfassen, deren Lebensraum zu verbessern und Arten wie den Wendehals, den Wiedehopf, den Steinkauz und den Gartenrotschwanz wieder anzusiedeln.

 

Wie wurden die Ziele umgesetzt?

Zu Beginn des Projekts wurden Kartierungen der typischen Vogelarten und ihr Vorkommen in den großräumigen Streuobstwiesen durchgeführt, 12 Gebiete wurden daraufhin als Projektgebiete ausgewählt, davon 2 auf Radolfzeller Gemarkung. Durch unterschiedliche Maßnahmen wurden danach aktuelle und frühere Fundstellen wieder aufgewertet, sowie neue Streuobstwiesen angelegt. Zu diesen Maßnahmen zählten unter anderem die Pflanzung vieler neuer Hochstämme sowie das Anbringen diverser artspezifischer Nistkästen. Um den Lebensraum Streuobstwiese aufzuwerten und langfristig zu sichern wurde außerdem die extensive Nutzung der Flächen gefördert und teilweise strukturverbessernde Maßnahmen durchgeführt. Die Bestände wurden während des ganzen Projektzeitraums regelmäßig von ehrenamtlichen Kartierern erfasst.

 

Was wurde speziell in Radolfzell für die Förderung der Vogelarten getan?

In Möggingen und Markelfingen wurde jeweils ein Projektgebiet mit gut erhaltenen Streuobstwiesen ausgewählt. In Möggingen konnten im Projektzeitraum regelmäßig erfolgreiche Bruten des Gartenrotschwanzes nachgewiesen werden, in Markelfingen wurde jedes Jahr ein singendes Gartenrotschwanzmännchen beobachtet, eine Brut konnte allerdings nicht verzeichnet werden.

 

In den Projektgebieten wurden etwa 20 artspezifische Nistkästen an geeigneten Stellen aufgehängt, die regelmäßig gereinigt werden. 2012 wurden diese und weitere Nistkästen auf dem Schulgelände bei einer gemeinsamen Aktion mit 2 Schülern der 10. Klasse der Gerhard-Thielcke-Realschule Mitte November gereinigt.

 

Seit 2009 findet jedes Jahr im Herbst die Radolfzeller Streuobstbaumausgabe statt.

Hier können Radolfzeller Bürger über die Abteilung Landschaft und Gewässer vergünstigte Streuobstbäume beziehen. Insgesamt wurden im Projektzeitraum 2009 - 2012 auf Radolfzeller Gemarkung knapp 650 Bäume neu gepflanzt. Auch nach Ende des Interregprojekts wird die Aktion von der Stadt Radolfzell weiter bezuschusst und es wurden weitere Bäume gepflanzt.

 

Im Frühjahr 2012 pflanzte die Abteilung Landschaft und Gewässer in Zusammenarbeit mit drei Radolfzeller Schulklassen einen Streuobst-Sortengarten in Möggingen und legte einen Streuobst-Lehrpfad an. Der bestehende alte Streuobstbestand wurde durch 45 Streuobstbäume ergänzt.

 

Auch im Rahmen der Umweltbildung spielen die Themen „Streuobstwiese“ und „Sortenvielfalt“ eine wichtige Rolle. Zusammen mit der Umweltpädagogin Angela Klein erkunden jährlich Schulklassen den Lebensraum Streuobstwiese, die Streuobstkiste und auch die Mostpresse können bie der Abteilung Landschaft und Gewässer ausgeliehen und naturpädagogische Broschüren erworben werden. Auch Erwachsene können bei den angebotenen Schnittkursen ihre praktischen Kenntnisse verbessern.

 

Wie geht es nach dem Auslaufen des Interreg Projektes weiter?

Das Interreg-Projekt lief 2012 aus, dennoch wollen die Projektpartner, ihre Projekte weitervorantreiben und sich für den Erhalt der Streuobstwiesen einzusetzen.

 

Wir danken ganz herzlich allen beteiligten Kartierern für ihren Einsatz und ihr offenes Ohr und Auge, den Schülern der Gerhard-Thielcke-Realschule, die schon zum zweiten Mal im Rahmen ihres Ökologieprojekts bei der Reinigung der Nistkästen mitwirkten und allen weiteren Projektbeteiligten!

Kontakt

Julia Völker | Landschaft und Gewässer
Fachbereich Stadtplanung und Baurecht
Schützenstraße 24 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
julia.voelker@radolfzell.de  
   
Tel. 07732 | 81-253 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-410  Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung