Sanierung Österreichisches Schlösschen

 Entwurfsplanung Österreichisches Schlösschen, Architekt Matthias Eck (Radolfzell)

Entwurfsplanung Österreichisches Schlösschen, Architekt Matthias Eck (Radolfzell)

Geschichte

Das Österreichische Schlösschen ist neben dem Münster das einzige freistehende Gebäudeauf auf dem Radolfzeller Marktplatz. Seitens des Denkmalschutzes wird es als Kulturdenkmal beso nderer Bedeutung eingestuft. An seiner Erhaltung besteht, insbesondere wegen seines dokumentarischen und exemplarischen Werts ein öffentliches Interesse.

 

1619-22 Konzept Planung u. Baubeginn des "Neuen Hausam Hof". Von der Stadt Radollzell für Erzherzog Leopold den V., Regent von Tirol und den Österreichischen Vorlanden begonnen. Vor der Fertigstellung Weinkeller u. Kornschütte. Wegen des 30 Jährigen Krieges verzichtete man bis 1706 auf den lnnenausbau.

 

1706 -1735 Fertigstellung des Innenausbaus mit Regence-Stuckdecken. Danach über 100 Jahre Nutzung als Rathaus

 

Ab 1842 Nutzung als Schulgebäude mit Umbaumaßnahmen, Renovierung

 

1909- 1950 Nutzung des Erdgeschoss als Heimatmuseum

 

1912/15 Renovierung

 

1961 Nutzung als Stadtarchiv

 

1966/68 Umfassende Renovierung

 

1973 Beginn der Nutzung als Stadtbibliothek. Zunächst im 1. Obergeschoss.

 

1984 Auszug des Stadtarchivs. Bibliothek im Erdgeschoss und 2. Obergeschoss

 

Konzept

Die vorliegende Planung stellt dem Bestandsgebäude einen auch statisch eigenstehenden Erschließungsturm zur Seite. Weitere im Bestandsgebäude schwierig unterzubringende Funktionen wie Technik - und Sanitärräume sind im zweigeschossigen Kelleranbau angefügt. So gelingt es die Bausubstanz des Schlösschens weitestgehend zu schonen. Lediglich in der zum Treppenhaus anschließenden Außenwand werden die Zugänge anstelle vorhandener Türen und Fenster verbreitert. Die nachträglich in die Mittelhalle eingezogenen Wände werden entfernt. Die Stadtbibliothek wird sich auch ins Untergeschoss und ins Dachgeschoss ausbreiten. Einbauten des 19. Jahrhundert im Dachgeschoss und des 20. - im Gewölbekeller werden komplett entfernt. Im Dachgeschoss entsteht ein bis in den Dachspitz offener Raum für öffentliche Bibliotheksnutzung mit schönem Ausblick auf Stadt und See.

 

Stuckdecken

ln mehreren Räumen der Obergeschosse gibt es einheitlich gestaltete Regence- Stuckdecken mit symmetrischem Bandelstuck. Diese wurden vom Restaurator Stephan Bussmann untersucht. Er hat 2011 ein Restaurierungskonzept vorgelegt nach dem fast überall noch großflächige historische Flächen festgestellt werden können und alle vorhandenen Bandetstuckdecken gesichert und restauriert werden sollen. Das große Stuckbild in der Mittelhalle des 1.0Gs soll durch das Entfernen der Mittelwand wieder in gesamter Größe sichtbar werden. Das durch das Treppenloch ins DG nachträglich gestörte Stuckbild in der Mittelhalle des 2. OG soll rekonstruiert werden.

 

Innenwandputze

Die Wandputze in Erdgeschoss und Obergeschossen wurden ebenfalls von Herrn Bussmann untersucht. Sie sollen ebenfalls nach seinen Ausführungsbeschreibungen freigelegt, gesichert ausgebessert und verspachtelt werden. Anstrich als reversibler Neuanstrich nach Befund bzw. in historischer Kalktechnik.

 

Natur- und Kunststein an Fassade

Sockel mit zum Teil noch erkennbarer originaler Oberflächenbearbeitung. Zwei Fenstergewände und das Portal auf der Ostseite ebenfalls noch weitgehend im Original erhalten. Das Portal wurde in 1921 komplett erneuert. Fenstergewände in den Obergeschossen aus Betonwerkstein. Die Ecktürme wurden in 1967 über dem EG abgetragen und komplett neu in Rohrschacher Sandstein erstellt. Durch den Steinmetz Eduard Schnell wurde in 2010 eine rohe Steinkartierung durchgeführt in der die unterschiedlichen Epochen und Werkstoffe mit den Schäden markiert wurden. Dieses soll nun durch Herrn Schnell in einer eingehenden Untersuchung, vor dem Hintergrund der durch das MPA vorliegenden Feuchte u. Salzbestimmung, überprüft und in ein differenziertes Maßnahmenkonzept überführt werden.

 

Portale und Türen

Überarbeiten und Instandsetzen sämtlicher historischer Innentüren sowie Restaurieren des historischen Eingangsportals und des Tors zum Kellerabgang durch einen denkmalerfahrenenSchreiner. Bestehende bleiverglaste Fenster aus den 1960er Jahren [Bleiverglasung teilweise historisch, jedoch zu 90 % nicht wieder verwendbar) und inzwischen ausgetauschte nicht denkmalgerechte Holzsprossenfenster werden ausgebaut und durch neue denkmalgerechte, Isolierverglaste Bleisprossenfenster ersetzt.

Kontakt

Gerhard Schöpperle | Fachbereichsleitung
Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
gerhard.schoepperle@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-325 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mo - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung