Kinderhaus Möggingen

 Kinderhaus Möggingen Modell | Bild: Bauraum Oehme Architektur + Städtebau

Kinderhaus Möggingen Modell| Bild: Bauraum Oehme Architektur + Städtebau

Förderung

Zuwendung aus dem Bundeshaushalt, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Aus dem Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2015 - 2018" werden insgesamt 10 neue zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren gefördert.

 

Förderung insgesamt: 124.000,00€

 

Zuschuss 10 Betreuungsplätze:                                                             120.000,00€

Zweckgebundene Ausstattungsinestition für Küche (Mittagsverpflegung):     4.000,00€

 

Förderkennzeichen: 23-6931.2/3-2

 

Laufzeit:              Bauabschnitt 1  06.03.2015 -31.12.2016

                            Bauabschnitt 2  01.01.2016-31.01.2017

 

Entwurfsidee

Das Kinderhaus Möggingen entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Grundschule und des Kindergartens.  Der Entwurf basiert auf einem Erziehungskonzept / Raumkonzept  und den Anforderungen der Stadt Radolfzell wie auch der Gemeinde Möggingen.  Trotz des schwierigen Geländeverlaufs und in Betracht dessen, dass das Schulgebäude als Bestand integriert werden soll, hat das Büro Bauraum-Oehme eine schöne und realisierbare Idee entwickeln können.

 

Die Gliederung der Baukörper in Bestandsbau, Eingangsbereich und Erweiterungsbau wird durch die unterschiedlichen Dachformen-und Neigungen sichtbar. In Verlängerung des Bestandsgebäudes nach Osten schließt, als 2-geschossiges Verbindungsglied der klar ablesbare Eingangsbereich an. Hangseitig stufenlos, niveaugleich zum Fahrweg und Eingangsvorplatz ermöglicht dies die barrierefreie Nutzung des Gesamtkomplexes. Als zentrales Verbindungsglied sowohl zwischen den beiden Baukörpern als auch zwischen den Geschossen erfolgt damit sowohl die interne Verbindung zwischen den hangseitigen Fußwegen und den Flächen auf Erdgeschoss Niveau als auch die mögliche Verbindung der beiden Aussenspielbereiche. Der Eingangsbereich verbindet alle wesentlichen Nutzungen und bietet mit seiner Galerie einen Ausblick in die zweigeschossige offene Halle. Somit werden die unterschiedlichen Ebenen räumlich erlebbar. Der in der Längsachse rechtwinklig an das Gelenk anschließende 1-geschossige Erweiterungsbau als 2. BA für zwei Gruppen ist direkt dem oberen Außenbereich zugeordnet.

 

Das bestehende Schulgebäude erfüllt, gerade auch in Bezug auf Lage und Einbettung in die Topografie, alle Vorraussetzungen für die Umnutzung zum neuen Kinderhaus. Die Anbindung an das bestehende Wegenetz wird im Planungsvorschlag übernommen und ausgebaut. Vorschläge des Ortschaftsrates zur Anbindung des nördlichen Baugebietes durch Weiterführung des Fussweges wurden ebenso wie die Organisation der Ver-und Entsorgung in den Entwurf übernommen.

 

Bauen mit Bestand

Die Weiternutzung des ehemaligen Schulgebäudes bietet sich durch die großzügige Grundrissgestaltung und solide Grundstruktur des Bauwerks für eine wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Lösung an. Durch die Auflösung des Schulstandortes erhält das Gebäude zudem einen hohen emotionalen Erinnerungswert. Die energetische Sanierung des Bestandes wird durch die erweiterte Hülle aus Südfassade und nördlichen Anbauten mit einfachen Mitteln erreicht, wobei der Bestand im Innern weiterhin erlebbar bleibt.

 

Energiekonzept

Der Anschluss des Gebäudes an die im Norden angrenzende Nahwärmezentrale sowie der Wärmeeintrag über die Südfassade deckt den Wärmebedarf des Gebäudes. Durch die „Haus im Haus" Lösung wird sowohl der sommerliche Wärmeschutz als auch die Minderung des Transmissionswärmeverlustes durch die neue Gebäudehülle übernommen. Vorgeschlagen wird ein differenziertes Lüftungssystem bei dem die Aufenthaltsräume mit Be- und Entlüftung über die im Dach des Bestandsgebäudes angeordnete Lüftungszentrale geregelte wird. Die als Pufferzone funktionierende südliche Vorzone wird über natürliche Konvektion belüftet und durch eine vorgehängte Lamellenkonstruktion mit Putzsteg im Sommer verschattet. Die neue optimal nach Süden orientierte Dachfläche wird ganzflächig mit PV Elementen bestückt und deckt so einen großen Teil des Strombedarfs. Das Gebäude erfüllt mindestens die Anforderungen eines KfW50 Gebäudes.

 

Organisation / Innenraum

Zentrales Gestaltungs- und Organisationselement ist die Erschließung der beiden Gebäudeteile über den offenen Eingangsbereich sowie die südliche Pufferzone die den Altbau freistellt und erlebbar macht. Der zentrale Raum über beide Ebenen bildet tagsüber das Herz der Anlage. Entsprechend bestuhlt können hier aber auch Theateraufführungen und Feste stattfinden. Am Abend könnte der Raum den Eltern oder auch den örtlichen Vereinen für Veranstaltungen und Vorträge zur Verfügung stehen . Durch den Zugang im Hanggeschoss ist er sowohl fußläufig vom Ort aus als auch barrierefrei über den Aufzug durch den oberen Zugang erreichbar. Eine hausinterne Brandmeldeanlage ermöglicht den Verzicht auf ein geschlossenes Treppenhaus. Der vorbeugende Brandschutz wurde vom Fachplanungsbüro EMS Konstanz/Ulm mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landratsamtes Konstanz abgestimmt.

 

Während im Hanggeschoss Hort und Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder stattfinden kann, werden jüngere Alterstufen in den Gruppenräumen im Erdgeschoss mit Anbindung an den oberen geschützten Außenspielbereich betreut. Über den Zugang von der zentralen Eingangshalle zum Holzdeck oder die Schmutzschleuse im Norden ist der obere Aussenbereich für alle Gruppen auf kurzem Wege erreichbar. Der untere Aussenspielbereich mit Möglichkeit für Ballspiele ist vom Hanggeschoss aus zugänglich.Zusätzlich wurden die beiden Spielbereiche über eine Aussentreppe direkt verbunden.

 

Konstruktion

Der Neubau sowie die Anbauten und Fassadendämmung der Schule erfolgen in hoch gedämmter Holzständerbauweise. Die Fassaden bestehen aus vorgegrauten Holzschindeln nach Bemusterung in Kombination mit senkrecht stehenden Holzlatten und bilden eine dauerhafte wartungsarme Fassade Die Südfassade beim ehemaligen Schulgebäude wird als Pfostenriegelkonstruktion mit Dreifachverglasung ausgeführt. Der obere Teilbereich erhält eine vorgestellte Lamellenkonstruktion für die Verschattung mit einem Putzsteg. Abstand Neigung Farbe und Breite der Lammellen wiren im Zuge der weiteren Planung über Simulationsberechnungen bestimmt. Die Pultdächer der Hauptgebäude sind als Metalldächer angedacht und könnten mit Photovoltaikelementen nach Süden und ggf. Westen ausgestattet werden. Die Zwischendächer sollen extensiv begrünt werden.

  

Freianlagen

Die obere Freibereich im Osten hat eine Außenspielfläche von ca. 580 m². Die untere Freifläche hat eine Außenspielfläche von 1.120 m². Beide Spielflächen können, wie in den Plänen dargestellt, über eine Treppenanlage mit einander verbunden werden. Die Freianlagen sind mit dem Umweltamt der Stadt Radolfzell abgestimmt –Baumbestand und Ersatzpflanzungen sind in der Planung berücksichtigt. Es werden im Westen PKW Stellplätze als Dauerparkplätze für das Personal hergerichtet, im Osten der Parkplatz für Kurzparker des Hol- und Bringverkehrs mit 10 grosszügig dimensionierten Stellplätzen.

Kontakt

Olesja Hepting | Technisches Gebäudemanagement
Fachbereich Hochbau und Gebäudemanagement
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
olesja.hepting@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-304 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mo - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung