20. Bundeskunstpreis für Menschen mit Behinderung

 "Absturz 2" Gemälde der 1. Preisträgerin Rita Borchert aus Berlin

Sie versprühten pure Lebensfreude: Ihre Begeisterung schwappte förmlich auf das Publikum im Milchwerk Radolfzell über. Die Verleihung des 20. Bundeskunstpreises am Samstag, 9. Mai, wird allen Teilnehmern sicher lange in Erinnerung bleiben. Die 20 Preisträger des Bundeskunstpreises für Menschen mit Behinderung freuten sich allesamt riesig über die Auszeichnung. Strahlend und stolz standen sie auf der Bühne im Milchwerk und nahmen dankend ihre Preise entgegen. Schirmherrin ist in diesem Jahr die erfolgreiche Mono-Skifahrerin und Silbermedaillengewinnerin bei den Paralympics, Anna-Lena Forster.

Auch in diesem Jahr wurden herausragende Arbeiten für diesen 20. Bundeskunstpreis eingereicht. Die Jury hatte die schwierige Aufgabe 258 Werke zu bewerten. Dabei wandten die teilnehmenden Künstler ganz unterschiedliche Techniken an, unter anderem Acryl auf Leinwand, Kaltnadelradierung, oder aber sie arbeiteten mit Wachskreide und  Filzstift. Den ersten Platz erreichte Rita Borchert aus Berlin mit ihrem Werk, das den Betrachter an den Germanwings-Absturz in Frankreich erinnert. Die Radolfzeller Galeristin und Kunstmäzenin Renate Endres sagte in ihrer Laudatio: „Was an diesem Werk am meisten ins Auge sticht, ist die unwirkliche Szenerie.“

Bis auf den Behinderungsgrad haben die Teilnehmer übrigens nichts gemeinsam; so machten Profis und auch Hobby-Künstler beim 20. Bundeskunstpreis mit. Denn einige  Künstler sind seit Jahrzehnten anerkannt und stellen ihre Werke regelmäßig aus.

Haben Sie die Preisverleihung verpasst? Dann können Sie alle 258 Werke in Ruhe betrachten: Sie sind Dienstag bis Sonntag von 14 Uhr bis 17.30 Uhr und donnerstags bis 19 Uhr in der Villa Bosch zu sehen. Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 28. Juni, zugänglich. Die 20 Preisträger werden in einem Katalog vorgestellt, der für 6 Euro erworben werden kann. Der Eintritt ist frei.

Den Bundeskunstpreis gibt es schon seit 1978. Auf den Weg gebracht hatten die Auszeichnung für Menschen mit Behinderung der damalige Oberbürgermeister Günter Neurohr sowie Günter Heiß von der Galerie Kunsthäusle. Seitdem wird er im Zweijahresrhythmus verliehen.

Die nächste Ausschreibung ist für 2017 geplant.

 

Die Preisträger 2015

Konstanz: Andrea Fuchs, Stefan Huber, Igor Haus

Berlin: Rita Borchert

Hanau: Monir Chaatouf

Herrenberg: Martin Dietsch

Bodnegg: Klaus Distel, Alfons Kohler

Oberschleißheim: Christine Fredl

Stuttgart: Dorothea Giraud, Ulrich Maier

Wilhelmsdorf: Efklia Grigoriadou, Josef Scheb

Zemmer: Bernhard Hagen

Tettnang: Christine Holl

Sinsheim: Andreas Kretz, Michael Preiß, Hans Schön

Friedberg: Tobias Marcks

Bernau (bei Berlin): Detlef von Dossow

Schirmherrin
Anna-Lena Forster, Silbermedaillengewinnerin der Paralympics in Sotschi


Eröffnung und Preisverleihung
Samstag, 9. Mai 2015 um 16 Uhr
Milchwerk Radolfzell, Werner-Messmer-Straße 14

Ausstellungsdauer
vom 9. Mai bis 28. Juni 2015 in der Villa Bosch, Scheffelstraße 8.

Alle 258 eingereichten Werke waren zu sehen und auch zu erwerben. Ein Ausstellungskatalog beschreibt alle Preisträger und ihre künstlerischen Werke.

Die Jury
Prof. Dr. Walter Schiementz, Rastatt
Angélique Tracik, Radolfzell
Bernhard Frei, Romanshorn, Schweiz
Rosemarie Stuckert-Schnorrenberg, Moos

Kontakt

Astrid Deterling | Leitung Kulturbüro
Fachbereich Kultur
Güttinger Straße 13 | 78315 Radolfzell am Bodensee
   
astrid.deterling@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-374  Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr
Fax 07732 | 81-407        Do | 14.00 - 16.00 Uhr
  und nach Terminvereinbarung

Kontakt Schriftwechsel

Carl-Müller-Mettnau-Stiftung | Stadtverwaltung Radolfzell
Marktplatz 2 | 78315 Radolfzell am Bodensee

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