Integriertes Klimaschutzkonzept

 Integriertes Klimaschutzkonzept - Ausschnitt

1 Zusammenfassung

 

1.4 Potenziale Energieeffizienz

 

Gebäude

Zum Nutzenergiebedarf des Gebäudebestands auf dem Stadtgebiet von Radolfzell liegen keine Angaben vor. Die Abschätzung erfolgte über eine Klassifizierung des gesamten Gebäudebestands in Stadtraumtypen. Hierzu wurde die Methodik des BMVBS 2009 übernommen (siehe Anhang E 1.1). Insgesamt 9 Stadtraumtypen lassen sich nach Gebietsgrundriss, Bebauungsstruktur, Dichte und Freiflächenbestand charakterisieren. Anhand stadtraumspezifischer Kennzahlen können Potenziale und Energieverbrauch zugeordnet werden. Für die Abschätzung des Potenzials zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebestand wird für die verschiedenen Radolfzeller Stadtraumtypen entsprechend Everding 2007 ein Sanierungsbedarf der Gebäude angenommen.

 

Bei einer jährlichen Sanierungsrate von 2% und mit Wärmedämmung nach heutigem Standard kann gegenüber 2010 bis 2020 eine Reduktion des Wärmebedarfs der Gebäude um rund 10% und bis 2050 um 50% erreicht werden.

 

Mobilität

Die zukünftige Entwicklung der Verkehrsleistungen wird massgeblich durch die nationale Ebene und die Landesebene beeinflusst. Die Modellierung erfolgt daher in zwei Szenarien: «Szenario A: Konstante Verkehrsleistung» und «Szenario B: Zunahme der Verkehrsleistung».

 

Die Annahmen zum Effizienzpotenzial durch verbesserte Fahrzeugtechnik und Energieträgersubstitution sind abgeleitet aus dem in Kirchner et al. (2009) dargestellten Referenzszenario. Dieses berücksichtigt die wesentlichen bereits beschlossenen Massnahmen und Politikziele auf Bundes- und Landesebene.

 

Die Modellrechnungen ergeben, dass beim Szenario A mit konstanten Fahrleistungen durch Ausschöpfung von Effizienz- und Substitutionspotenzialen bis 2020 auch ohne kommunale Massnahmen rund 32% des heutigen Energiebedarfs und 15% der CO2-Emissionen reduzieren lassen (Stufe Primärenergie).

 

 

Das Szenario B verwendet die gleichen Annahmen zur technischen Entwicklung der Fahrzeuge und der Energieträgersubstitution wie das Szenario A, jedoch mit einem linearen Anstieg der Verkehrsmengen. Bis 2020 führen die technischen Effizienzpotenziale immer noch zu einer Reduktion des Primärenergiebedarfs um rund 15%. Wegen dem verstärkten Einsatz von Elektrizität ergibt sich aber dennoch ein Anstieg der CO2-Emissionen um rund 6%. Dies wiederum ohne Berücksichtigung von kommunalen Massnahmen.

 

Die Stadt Radolfzell kann u.a. über das Strassenangebot, die Verkehrserschliessung, die Regelung des Verkehrsflusses und die Parkplatzbewirtschaftung auf die Verkehrsleistungen einwirken. Erfahrungen zeigen, dass mit solchen kommunalen Massnahmen mittelfristig maximal 5 bis 10% des Gesamtenergieverbrauchs des Verkehrs zusätzlich reduziert werden können.

 Tabelle 1: Übersicht Potenziale Energie-Effizienz

Tabelle 1: Übersicht Potenziale Energie-Effizienz

Strom

In den Jahren 1990 – 2009 stieg die Zahl der Beschäftigten in Radolfzell im Schnitt um jährlich 0.41%. Der Stromverbrauch aus Gewerbe und Industrie, welcher einen Anteil von 45% am Gesamtstromverbrauch hat , stieg zwischen 1990 und 2009 um jährlich 1.26% an. Gleichzeitig wird in diversen Studien von einer Zunahme der Effizienz von Elektrogeräten um 2% ausgegangen, welche Zunahme des Elektrizitätsbedarfes in Deutschland nahezu kompensieren. Als Resultat ergibt sich eine Abnahme des Energiebedarfes bei Industrie und Gewerbe in Radolfzell um jährlich -0.77%.

Für die Entwicklung der privaten Haushalte (Anteil 55% am Strombedarf) wird angenommen, dass ein Ausgleich des Strombedarfswachstum aufgrund zunehmender Elektrifizierung der Haushalte durch die Zunahme der Effizienz

erfolgt.

Kontakt

Markus Toepfer | Stadtplanung
Fachbereich Stadtplanung und Baurecht
Güttinger Straße 3 | 78315 Radolfzell am Bodensee
 
markus.toepfer@radolfzell.de
   
Tel. 07732 | 81-303 Mo - Fr |   8.00 - 12.00 Uhr 
Fax 07732 | 81-405  Mo - Do | 14.00 - 16.00 Uhr 
  und nach Terminvereinbarung