Störche in Böhringen
Wer einmal einen oder sogar gleich mehrere Störche aus der Nähe sehen will, der kommt im Radolfzeller Ortsteil Böhringen sicher auf seine Kosten. Rund um die evangelische Kirche fühlen sich die Störche offensichtlich sehr wohl, denn seit dem Frühjahr 2004 haben sie bereits den 11. Horst gebaut oder aufgestockt. Auf einem ehemaligen Strommast, auf dem Turm der evangelischen Kirche und auf verschiedenen Bäumen in der Umgebung haben sie ihre Nester gebaut.
Foto: HP Wickert
Wie kam es dazu?
Am Neubau des Eigenheims von Familie Schäfle im Jahr 1980 fing es an. Ein Storch übernachtete wochenlang auf dem Hausdach. In den nahegelegenen Riedwiesen fand er offensichtlich reichlich Futter. Auf einmal war er wieder aus Böhringen verschwunden. Dann, im Frühling 1983, kam er wieder zurück und baute zusammen mit seinem Partner auf einer Nisthilfe seinen Horst. Vier Junge kamen auf die Welt, die jedoch wegen Kälte und Regenwetter mit Hilfe der Feuerwehr geborgen werden mussten. Von Hand wurden diese Jungvögel von Familie Schäfle großgezogen, zwei haben jedoch leider nicht überlebt.
Da im Winter nicht alle Störche nach Süden zogen, mussten die daheimgebliebenen bei Frost gefüttert werden. Weitere Störche aus der Umgebung (Affenberg Salem, Vogelwarte Schloß Möggingen und Schweiz) wurden im Lauf der Jahre angelockt und blieben in Böhringen als Brutvögel. So entstand eine regelrechte Storchenkolonie.
Seit fast einem Vierteljahrhundert betreut „Storchenvater" Wolfgang Schäfle und Familie die Böhringer Störche. In Absprache mit der Vogelwarte Radolfzell werden die Jungvögel durch ihn mit Hilfe der Feuerwehr jedes Jahr beringt, er organisiert die notwendige Fütterung im Winter für die dagebliebenen Störche und ist auch mal als „Vogeldoktor" in Aktion.