Landwirtschaft, Handwerk und Handel in Radolfzell, Radolfzeller Märkte
Produktion und Vertrieb landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere von Getreide und Wein, bildeten jahrhundertelang die Grundlage der Radolfzeller Wirtschaftskraft. Dabei erwies sich die verkehrsgünstige Lage der Stadt am Bodensee als vorteilhaft. Radolfzeller Kaufleute transportierten Getreide und Wein mit Segelschiffen in die Schweiz und nach Österreich oder mit Fuhrwerken in den Schwarzwald.

Die entscheidenden Faktoren für die wirtschaftliche Prosperität der Stadt Radolfzell blieben noch fast während des ganzen 19. Jahrhunderts Landwirtschaft und Rebbau sowie der Handel mit Wein und Getreide und – in zunehmendem Maße – mit Schlacht- und Zuchtvieh.
Der Verfasser der ersten Radolfzeller Stadtgeschichte, Kasimir Walchner, nannte 1826 den Radolfzeller Wein "das vorzüglichste Erzeugnis der Stadt". Im Jahr 1870 wurden auf der Gemarkung Radolfzell noch über 28 Hektar Weinberge festgestellt. Das städtische Rebgut Mettnau war allein mit 7 Morgen Reben bepflanzt. Heute sieht man davon nichts mehr, und auch die ehemals große wirtschaftliche Bedeutung der Märkte ist stark zurückgegangen.