Eglofsches Haus / Münzschmiede
Der 1608 im Barockstil errichtete, ursprünglich dreigeschossige Bau wurde im 18 Jh. aufgestockt und mit Andreaskreuzen verziert. Seit Mitte des 15. Jhdts. war das später als Egloff von Zell bekannte Geschlecht in Radolfzell begütert. 1557 hatte sich Hans Egloff nach dem Beispiel vieler Adliger als Satzbürger in der Stadt niedergelassen. Er genoss damit viele Vorteile städtischen Lebens, war von den bürgerlichen Lasten befreit, jedoch gleichzeitig auch von allen bürgerlichen Rechten ausgeschlossen.
In dem als Korn- und Haberhaus genutzen Gebäude hatten auch Edelleute der Umgebung ein Getreidelager. Im 17 Jh. diente das Haberhaus zudem als Münzschmiede. Radolfzell war urkundlich überliefert seit 1240 Münzstätte der Abtei Reichenau. Nach dem Untergang der Abtei übte die Stadt ab 1540 das Münzrecht selbst aus.