In seiner heutigen Gestalt scheint das Gebäude auf die Zeit um 1700 zurückzugehen. Damals wurden hier unter einem schönen Mansarddach zwei Häuser zusammengebaut. Der aus der Mitte gerückte schwere Zwerchgiebel weist geschnitzte Voluten auf. Besonders eindrucksvoll ist der prächtige Fachwerkgiebel der Barockzeit an der Ostseite.
Der Weinbau spielte in Radolfzell bis ins letzte Drittel des 19. Jhdts. eine bedeutende Rolle. Der Chronist Kasimir Walchner nannte 1825 den Radolfzeller Wein das "vorzüglichste Erzeugnis der Stadt". Heute weisen nur noch Gemarkungsnamen auf den einst umfangreichen Weinbau hin. Dazu hatten vier Brauereien ihren Sitz in Radolfzell. 1875 soll es zwei Dutzend Gaststätten gegeben haben – bei gerade einmal 1800 Einwohnern!